Wir schauen zuerst, was vor Ort da ist
Wir beginnen nicht mit einem fertigen Konzept, das von außen mitgebracht wird.
Wir schauen uns die Situation vor Ort an: Welche Räume gibt es? Welche Materialien sind vorhanden? Wie viele Kinder lernen dort? Welche Altersstufen sitzen zusammen? Welche Lehrkräfte arbeiten mit ihnen? Was funktioniert bereits – und wo fehlt es?
So kann es zum Beispiel sein, dass Kinder zwischen 5 und 16 Jahren gemeinsam in einem Raum lernen. Dann entwickeln wir keine Lösung für eine ideale Schule mit einem Klassenraum pro Jahrgang, sondern überlegen, wie gutes Lernen unter diesen Bedingungen möglich wird.
Wir verbessern zuerst das, was schon da ist
Wir warten nicht darauf, dass irgendwann die perfekte Schule gebaut werden kann.
Ein Raum kann bereits als Lernort genutzt werden – auch wenn zunächst ein Ventilator, bessere Beleuchtung, Tische, Regale, Bücher, ein Whiteboard oder digitale Ausstattung fehlen.
Deshalb gehen wir Schritt für Schritt vor: Erst den vorhandenen Lernort verbessern, dann die Bildungsangebote weiterentwickeln und anschließend weitere Räume und Möglichkeiten schaffen.
Wir planen Lernen für unterschiedliche Altersstufen
Wenn Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam lernen, muss Unterricht anders aufgebaut sein. Wir verbinden deshalb verschiedene Formen des Lernens:
Gemeinsam lernen → in Alters- und Leistungsgruppen arbeiten → individuelle Aufgaben bearbeiten
Ein Teil der Gruppe kann gemeinsam ein Thema erarbeiten. Danach arbeiten Kinder auf ihrem jeweiligen Niveau weiter.
Dabei können ältere und sicherere Schülerinnen und Schüler jüngere Kinder unterstützen. Das hilft beiden: Die Jüngeren bekommen Unterstützung und ein Vorbild, während die Älteren Verantwortung übernehmen und ihr eigenes Wissen festigen.
Dabei orientieren wir uns unter anderem an Prinzipien des altersübergreifenden Lernens, wie man sie auch aus der Montessori-Pädagogik kennt. Wir übernehmen jedoch nicht einfach ein fertiges Montessori-System, sondern entwickeln die Methoden passend zu unserer Situation vor Ort.
Wir entwickeln Inhalte aus dem echten Leben
Wir wollen keine Fächer und Arbeitsblätter entwickeln, nur weil sie auf dem Papier gut aussehen.
Wir fragen: Was müssen diese Kinder wissen und können, um in ihrem Leben weiterzukommen?
Dazu gehören grundlegende schulische Kompetenzen ebenso wie praktische Fähigkeiten, Kommunikation, Selbstständigkeit, Problemlösung und der Umgang mit eigenen Zielen.
Islamisches Wissen, Adab und Persönlichkeitsentwicklung gehören dabei nicht als Zusatz daneben. Sie werden mitgedacht und mit dem Lernen für das alltägliche Leben verbunden.
Wir entwickeln Materialien gemeinsam mit den Lehrkräften
Die Lehrkräfte vor Ort kennen ihre Schülerinnen und Schüler, ihre Familien und die Bedingungen, unter denen sie lernen.
Deshalb entwickeln wir Materialien und Methoden nicht am Schreibtisch in Deutschland und geben sie einfach weiter. Wir tauschen uns regelmäßig mit den Lehrkräften aus, sammeln Erfahrungen aus dem Unterricht und entwickeln daraus gemeinsam die nächsten Schritte.
Ein Beispiel dafür ist unser Teacher Circle. Dort geht es unter anderem darum, wie Lehrkräfte Kinder dabei unterstützen können, über ihre Ziele und ihre Motivation nachzudenken. Ein erstes Workbook soll genau dort ansetzen:
Warum lerne ich? Was möchte ich erreichen? Welche Schritte kann ich dafür gehen?
Wir probieren aus, beobachten und verbessern
Nicht alles muss beim ersten Versuch perfekt sein.
Wir schauen, wie Materialien und Methoden tatsächlich genutzt werden: Was verstehen die Kinder? Wo brauchen sie mehr Unterstützung? Was funktioniert in einer altersgemischten Gruppe? Was ist im Alltag zu kompliziert?
Diese Erfahrungen fließen direkt in die nächste Version ein. So entsteht unsere Bildungsarbeit nicht einmalig auf dem Papier, sondern aus der Praxis heraus und mit der Praxis weiter.
Wir bauen Schritt für Schritt weiter
Auch die Infrastruktur wächst entsprechend dem tatsächlichen Bedarf.
Wir beginnen mit dem, was jetzt möglich und sinnvoll ist, dokumentieren den Fortschritt und planen anschließend den nächsten konkreten Schritt – vom bestehenden Lernraum über weitere Ausstattung bis hin zu zusätzlichen Klassen- und Lernräumen.
So bleibt nachvollziehbar, was wir tun, warum wir es tun und was als Nächstes gebraucht wird.
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